Am 09. Mai wurde das Jugendfreizeitzentrum Schöningen für einen Nachmittag zum kleinen, lebendigen Umschlagplatz für Kleidung, Ideen und Begegnung. Unter dem Motto „Stoff-Wechsel in Schöningen“ hatten wir gemeinsam mit dem JFZ zum Textilrettungstag eingeladen: Kleidertausch, Kreativangebot, Kaffee, Kuchen und der Versuch, Nachhaltigkeit einmal nicht als Vortrag, sondern als praktisches Tun erlebbar zu machen.
20 Besucher*innen kamen vorbei, überwiegend Frauen. Aus dem geplanten Kleidertausch wurde schnell etwas, das man vermutlich als schönste Nebenwirkung solcher Veranstaltungen bezeichnen kann: ein Kaffeekränzchen mit gelegentlichem Anprobieren. Es wurde geschaut, gelacht, beraten, getauscht – und am Ende gingen einige Frauen sichtbar glücklich mit neuen Lieblingsstücken nach Hause. Nachhaltigkeit kann manchmal ziemlich unspektakulär beginnen: mit einem Kleid auf einem Bügel, einer zweiten Meinung am Spiegel und dem Satz: „Doch, das steht dir wirklich.“
Besonders gut angenommen wurde das Kreativangebot „Pimp My Pulli“. Gerade die Kinder hatten großen Spaß daran, Kleidungsstücke zu verschönern, auszubessern und neu zu erfinden. Damit wurde genau das sichtbar, worum es beim Textilrettungstag ging: Kleidung muss nicht sofort aussortiert werden, nur weil sie langweilig, beschädigt oder nicht mehr ganz neu ist. Oft reicht eine Idee, ein Faden, ein Aufnäher – und aus einem alten Teil wird wieder etwas Eigenes.
Natürlich hätten wir uns über noch mehr Beteiligung gefreut. Das gehört zur ehrlichen Bilanz dazu. Aber der Nachmittag hat gezeigt, dass das Format funktioniert: niedrigschwellig, freundlich, alltagsnah und mit echtem Potenzial. Wer einmal gesehen hat, wie viel Freude ein getauschtes Kleidungsstück oder ein selbst gestalteter Pulli machen kann, versteht sofort: Textilrettung ist keine moralische Pflichtübung, sondern ein ziemlich guter Einstieg in gelebte Kreislaufwirtschaft.
Für uns ist klar: Der Textilrettungstag war ein Anfang und wir machen weiter. Weitere Aktionen rund um Tauschen, Reparieren, Wiederverwenden und nachhaltigen Konsum sollen folgen. Denn jedes Kleidungsstück, das länger getragen wird, spart Ressourcen – und manchmal bringt es sogar Menschen an einen Tisch, die sonst vielleicht nicht miteinander ins Gespräch gekommen wären.
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