Heute fand in unserer Geschäftsstelle ein spannender Austausch zum Thema „Tradwives“ statt.
Gemeinsam mit den Podcastmacherinnen von HERspectives haben wir hinter die Fassade des scheinbar harmlosen Lifestyle-Trends geblickt, in dem junge Frauen und Mütter ein Bild vom guten einfachen Leben mit selbstgebackenem Kuchen, Selbstversorgertum und dem Mann als finanziellen Versorger der Familie zeichnen.
Problematisch dabei mehrere Aspekte. Viele prominente Tradwifes sind eng mit dem Mormonentum oder einem sehr konservativen Christentum verbunden, das Familie, Mutterschaft und strikte Geschlechterrollen als göttlichen Auftrag sieht. Dieser Trend wird mit ultrakonservativen und teils rechtsextremen Ideologien verknüpft, die traditionelle Rollenbilder nutzen, um frauenfeindliche Narrative zu verbreiten.
Untersuchungen (z. B. vom BiB) und Medienberichte weisen darauf hin, dass das Tradwife-Image eine ästhetisierte Fassade ist, die finanzielle Abhängigkeit und patriarchale Strukturen idealisiert, während die Influencerinnen selbst durch ihre Content-Erstellung erfolgreich unternehmerisch tätig sind.
Unsere anschließende Diskussion zeigte eindrucksvoll auf, wie tief die politische Vereinnahmung in sozialen Medien reicht und warum dieses Retro-Ideal gerade heute wieder so sichtbar wird.
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