„Aus Mut wird Morgen“ – Eindrücke von der Landesdelegiertenkonferenz in Wolfsburg
Auf der Landesdelegiertenkonferenz in Wolfsburg haben wir intensiv am politischen Kurs der Grünen in Niedersachsen gearbeitet. Digitalisierung, Verkehrswende und soziale Fragen standen im Mittelpunkt. Zwischen Leitantrag, Abstimmungen und Kaffeepausen ging es um die ganz großen Fragen: Wie schaffen wir die sozial-ökologische Modernisierung, ohne unterwegs die Leute zu verlieren?
Ricarda Lang eröffnete kämpferisch. Sie sprach über die soziale Dimension der Klimapolitik und die Verantwortung der fossilen Industrie: „Lasst uns eine Klimapolitik machen, bei der die Mehrheit profitiert – und die, die jahrzehntelang von Umweltzerstörung zur Kasse gebeten werden, endlich Verantwortung übernehmen.“ Ihre Rede setzte den politischen Rahmen des Wochenendes. Julia Willie Hamburg richtete den Blick auf Niedersachsen als Industrieland im Wandel. Belit Onay griff die Stadtbild-Debatte auf und stellte klar, dass Vielfalt und kulturelle Lebendigkeit keine Schwäche, sondern die Stärke moderner Städte sind.
Während die Parteiführung mit ihrem Leitantrag „Wirtschaft stärken – Zukunft sichern“ auf Digitalisierung, Transformation der Wirtschaft und das Leitbild ökologisch-sozialer Modernisierung setzte, spürt man das Ringen um klare Haltungen bei gesellschaftlich aufgeladenen Themen. Besonders deutlich wurde das in der Debatte zur Wehrpflicht. Viele rangen sichtbar mit der Frage, was Dienst an der Gesellschaft heute heißt. Als der Antrag schließlich zurückverwiesen wurde, war spürbar, dass es dabei nicht um Taktik ging, sondern um Verantwortung. Wer über so ein Thema entscheidet, verhandelt Grundfragen von Gesellschaft, Solidarität und Selbstbestimmung.
Auch die Diskussion um die Bahnstrecke Hannover–Hamburg war intensiv. Dabei wurde deutlich, dass die Verkehrswende eine große politische Aufgabe ist, die weit über Technik hinausgeht. Es ging um Verlässlichkeit, um Zukunftsfähigkeit und darum, wie Mobilität in Niedersachsen konkret besser werden kann.
Beim Thema „Künstliche Intelligenz und Sicherheit“ ging es um Grundsätzliches: Wie lässt sich technischer Fortschritt mit Verantwortung verbinden? Die Grünen fordern klare Leitplanken – Transparenz, Datenschutz, demokratische Kontrolle – und zugleich den Mut, Innovation zu fördern. Dabei wurde deutlich, wie zentral digitale Politik inzwischen für Freiheit, Gerechtigkeit und das Vertrauen in demokratische Institutionen ist. Entscheidungen über Technologie sind längst Entscheidungen über unsere Zukunft als Gesellschaft.
Bei der Debatte um eine Arbeitspflicht für Geflüchtete gab es eine klare Haltung: Zwang hilft niemandem. Stattdessen setzen die Grünen auf freiwillige Angebote, die Integration wirklich fördern. Arbeitsverbote sollen fallen, Zugänge zum Arbeitsmarkt einfacher werden – mit fairen Bedingungen und echter Teilhabe von Beginn an.
Am Ende dieser LDK blieb der Eindruck, dass wir eine Partei sind, die sich nicht scheut, schwierige Fragen anzupacken. Manches blieb offen, aber genau darin lag die Stärke: Haltung zeigen, ohne sich in Gewissheiten zu flüchten. Die Bereitschaft, Widersprüche auszuhalten, Fragen offenzulassen und trotzdem weiterzumachen. An der Zukunft zu arbeiten, während sie schon beginnt. Das ist Mut zum Morgen.
Weitere Informationen und alle Beschlüsse der LDK findet ihr hier: ldk-wolfsburg-2025.antragsgruen.de/ldk-wolfsburg-2025
In einem Brief an Ursula von der Leyen fordert Bundeskanzler Merz von der EU-Kommission, dass auch über das 2035 Autos mit Verbrennungsmotoren [...]
Hier findet ihr Programm-Highlights und Reden der 51. Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover.
Gewalt gegen Frauen ist weltweit traurige Realität - und sie nimmt zu - auch in Deutschland. Diese Gewalt entsteht in patriarchalen Strukturen, [...]