“Frauen in die Politik - Genuss oder K(r)ampf?“


Elke Twesten

Frauenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Elke Twesten, als Referentin bei den Helmstedter Grünen in Velpke

Offene Worte fanden Anklang

Auf Einladung des Helmstedter Kreisverbandes von Bündnis90/Die Grünen diskutierte die frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Elke Twesten, bei einem 5-Uhr-Tee-Gespräch mit Frauen und einem männlichen Gesprächsteilnehmer  über das Thema: „Frauen in die Politik – Genuss oder K(r)ampf ?“ Dass Frauen  ermutigt werden sollen, um sich stärker für kommunalpolitische Ämter zur Verfügung zu stellen, zog sich als roter Faden durch die    Veranstaltung,  die im Hotel „Velpker Lokal-Presse“ stattfand.
Die Moderatorin, Sybille Mattfeldt-Kloth, langjährig erfahrene grüne Ratsfrau im Stadtrat, leitete die Gesprächsrunde damit ein, dass an den Reichstagswahlen 1919 82% aller wahlberechtigten Frauen teilnahmen und eine Frauenquote von 10% erreicht wurde, die erst 1983 wieder im Bundestag erreicht wurde. „Im kommunalen Bereich ist der Ansturm von Frauen auf die Rathäuser bisher ausgeblieben, nur 5% der hauptamtlichen Bürgermeister und Landräte sind weiblich.“
Die Frage, „Inwieweit ist man bereit, Frauen-Quoten in Gemeinde- und Stadträten umzusetzen ?“, stellte Elke Twesten gleich zu Beginn der Diskussion in den Raum und fand offene Worte wie „Was ist Frau bereit, sich einzusetzen?“, weil aus eigener Erfahrung heraus persönliche Netzwerke teilweise aufgegeben werden müssen. Optimales Zeitmanagement und Schaffung neuer Netzwerke seien erforderlich, ebenso das konsequente Einsetzen für eine Sache. Gut überlegte Strategien müssen zur Zielerreichung geplant und organisiert werden. Letztlich aber motiviert und ermutigt der Erfolg, auf politischer Ebene weiterzumachen. „Der Care-Gedanke, das Sorgetragen und Kümmern um Kinder und ältere Menschen, darf nicht an Frauen festgemacht werden“, forderte Twesten ein. Ebenso die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Unterstützung durch den Partner und eine gesellschaftliche „Anerkennungskultur“ für Frauenrepräsentanz spielen eine bedeutende Rolle.
Die grüne Ratsfrau, Carola Jacobs-Schütte, berichtete von eigenen auch negativen Erfahrungen in ihrer bisherigen politischen Arbeit. „Persönliche Anfeindungen  haben mich tief getroffen. Aber entscheidend für mich war schließlich der Erfolg, der mich zum Weitermachen motiviert hat.“
Zum Abschluss der über zweistündigen Veranstaltung stellte  Elke Twesten Inhalte des Mentoring-Programmes für Frauen vor, das zum vierten mal aufgelegt wird und im Dezember beginnen wird.
„Fakt ist, dass mit Einzug der Grünen als erste Quotenpartei die zunächst belächelte Quotierung die Frauenrepräsentanz verstärkt hat“, bilanziert das Vorstandsmitglied, Barbara Hansmann.

Velpke, 6.11.2009

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